Der Kreis Steinfurt ist nicht von einem Ausbruch der Geflügelpest H5N8 betroffen!

Dennoch gelten auch im Kreis Steinfurt folgende aktuelle Vorsorgemaßnahmen:

1. Aufstallung des Geflügels

Aufgrund der letzten Ausbrüche bei Wildvögeln und Hausgeflügel in NRW, in Deutschland und den angrenzenden Ländern sind in NRW verschiedene Risikogebiete festgelegt worden. Nach Risikobewertung hat der Kreis Steinfurt für nachfolgende Städte und Gemeinden ein Aufstallungsgebot ab Dienstag, den 22.11.2016, verfügt, um eine Einschleppung Ausbreitung der Geflügelpest in Nutzgeflügelbestände durch Wildvögel zu vermeiden.

  • Altenberge
  • Neuenkirchen
  • Wettringen
  • Emsdetten
  • Ochtrup
  • Saerbeck
  • Steinfurt
  • Hörstel
  • Metelen
  • Hopsten
  • Horstmar
  • Recke
  • Laer

In diesen Orten müssen Geflügelhaltungen mit Hühnern, Truthühnern, Perlhühnern, Rebhühnern, Fasanen, Laufvögel, Wachteln, Enten oder Gänsen in geschlossenen Ställen oder in besonderen Schutzvorrichtungen untergebracht werden. Solche volierenartigen Vorrichtungen müssen aus einer überstehenden, nach oben gegen Einträge gesicherten, dichten Abdeckung bestehen und mit einer das Eindringen von Wildvögeln verhindernden Seitenbegrenzung versehen sein.

2. Besondere Schutzmaßnahmen – auch für kleine Geflügelhaltungen

Darüber hinaus ist am Montag, den 21. November eine Eilverordnung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft in Kraft getreten. Diese Verordnung dehnt die Biosicherheitsmaßnahmen, die bislang schon für große Geflügelhaltungen gelten, jetzt auch auf kleine Haltungen unter 1.000 Tiere aus. Deshalb gilt ab sofort für alle Haltungen:

  • alle Geflügelhalter haben ein Bestandregister zu führen mit folgendem Inhalt:
    • Zu- und Abgänge (einschließlich Name und Anschrift des Transportunternehmers und des bisherigen/künftigen Tierhalters)
    • die Anzahl der täglich verendeten Tiere
    • die Anzahl der gelegten Eier je Tag (ab einem Bestand von 10 Tieren),
    • bei Abgabe von Geflügel auf einer Ausstellung oder ähnlichen Veranstaltung die Anzahl und die Kennzeichnung des Geflügels
  • Tiere dürfen nur an Stellen gefüttert werden, die für Wildvögel nicht zugänglich sind,
  • Tiere dürfen nicht mit Oberflächenwasser getränkt werden, zu dem Wildvögel Zugang haben
  • Futter, Einstreu und sonstige Gegenstände, mit denen Geflügel in Berührung kommen kann, müssen für Wildvögel unzugänglich aufbewahrt werden,
  • treten innerhalb von 24 Stunden in einem Geflügelbestand Verluste von 3 Tieren (bei einer Bestandsgröße bis zu 100 Tieren) oder mehr als 2 % der Tiere (bei Beständen von mehr als 100 Tieren) auf, oder kommt es zu einer erheblichen Veränderung der Legeleistung oder der Gewichtszunahme, hat der Tierhalter unverzüglich durch einen Tierarzt Untersuchungen durchführen zu lassen,
  • das gleiche gilt, wenn bei einem Bestand mit ausschließlich Enten und Gänsen innerhalb von 4 Tagen Verluste von mehr als das 3fache der üblichen Sterblichkeit oder eine Abnahme der üblichen Gewichtszunahme oder Legeleistung von mehr als 5 % auftritt,
  • der Tierhalter hat sicherzustellen, dass jede Person, die gewerbsmäßig mit der Ein- oder Ausstallung beschäftigt ist, desinfizierte Schutzkleidung trägt und nach Gebrauch ablegt, reinigt und desinfiziert; alternativ kann Einwegkleidung verwendet werden, die anschließend unverzüglich ordnungsgemäß beseitigt wird
  • die Ein- und Ausgänge zu allen Ställen und Standorten müssen gegen unbefugten Zutritt und unbefugtes Befahren gesichert werden,
  • betriebsfremde Personen dürfen die Haltungen und sonstigen Standorte nur mit betriebseigener Schutzkleidung betreten, die nach Verlassen des Standortes unverzüglich abzulegen, zu reinigen und zu desinfizieren ist; alternativ kann Einwegkleidung verwendet werden, die anschließend unverzüglich ordnungsgemäß beseitigt wird,
  • an jedem Standort muss eine Einrichtung sowohl zum Händewachen als auch zum Desinfizieren von Schuhen angebracht werden,
  • Bei Geflügelbeständen mit mehr als 1.000 Tieren sind zusätzlich Gerätschaften, Ladeplätze, Gegenstände, Räume, Behälter, sonstige Einrichtungen und Fahrzeuge zu reinigen und zu desinfizieren, eine Schadnagerbekämpfung durchzuführen.

3. Untersagung von Geflügelausstellungen

Da Geflügelschauen, Ausstellungen und Märkte aufgrund des erheblichen Verkehrs von Geflügel und Menschen verschiedenster Regionen besondere Risiken für eine Einschleppung oder Verbreitung des Virus darstellen, müssen diese Veranstaltungen bis auf weiteres untersagt werden.

Hinweise:

Der Kreis Steinfurt weist noch einmal ausdrücklich darauf hin, dass alle Geflügelhalter, auch bei privater Haltung, unabhängig von einer Tierseuche verpflichtet sind, ihren Tierbestand der Tierseuchenkasse (bei der Landwirtschaftskammer Münster, Telefon: 0251/289820) zu melden.

Alle Verstöße gegen die hier aufgezeigten Maßnahmen können mit einem Bußgeld geahndet werden.

Aktuelle Informationen zur Geflügelpest finden Sie auch hier:

Quellenangabe:
Kreis Steinfurt

Geflügelpest – Vogelgrippe – H5N8 / Stallpflicht nun auch bei uns.
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